Sind "newbies" nicht mehr gefragt?

Tatsächlich gibt es erste Anzeichen dafür, dass aktuell weniger Jurist:innen eingestellt werden.

Einerseits!

Andererseits verlassen die „Boomer“ in den nächsten Jahren den Arbeitsmarkt und die aktuellen Studierendenzahlen sinken.

Haben Unternehmen und Kanzleien dann keine „newbies“ ausgebildet und an sich gebunden, entsteht ein Leistungslücke, welche auch mit KI nicht geschlossen werden kann, da Erfahrung, die aus mehr als nur Wissen besteht, nicht ersetzt werden kann.

Was tun?

KI übernimmt auch in der Arbeitswelt der Jurist:innen zunehmend standarisierte Aufgaben wie Recherche, Evaluierungen, Vertragsüberprüfungen, Erstellen von Due Diligence Protokollen, Datenaufbereitung, Präsentationen u.v.m.

Für Berufseinsteiger:innen sind das keine guten Nachrichten, erledigen sie doch zu Beginn ihrer Tätigkeit häufig ebendiese Aufgaben, die über „billable hours“ entsprechend mit den Mandantinnen und Klienten abgerechnet werden können.

15 Jahre

Aktuelle Zahlen vor allem aus den USA belegen dementsprechend, dass in den Wissensberufen weniger Berufsanfänger:innen eingestellt werden. Gefragt sind vor allem Wissensarbeiter:innen mit Erfahrung, deren Arbeit dank KI noch effizienter und auch besser wird.

Diese Erfahrung geht aber innerhalb der nächsten 15 Jahren zunehmend in den Ruhestand.

52 Jahre

Im Jahr 2024 betrug das Durchschnittsalter bei Rechtsanwält:innen gut 52 Jahre. Grund dafür sind die vor ca. 30 bis 40 Jahren in den Berufsmarkt eingetretenen „Boomer“(Quelle: Statistik der Bundesrechtsanwaltskammer).

Zudem beginnen weniger junge Menschen ein Jurastudium und halten es bis zum Ende durch - die Abbruchquoten bei Jura sind überproportional hoch. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Nicht zuletzt dürfte die seit Jahrzehnten zu Unrecht geschürte Angst („Jura schaffen nur die wenigsten“) sowie eine Ausbildung, die den modernen Anforderungen nicht gerecht wird, mit ein Grund dafür sein.

Was nun?

Eine erfolgversprechende Lösung besteht darin, „Eigengewächse“ auszubilden und nach Abschluss des 2. Staatsexamens einzustellen.

Praktikant:innen, die zu früheren Zeiten häufig mehr als Last, denn als Freude empfunden wurden, sind heute ein Gewinn für jedes Unternehmen und jede Kanzlei, die sich in den Praktikumswochen in ihrem besten Licht zeigen können.

Darüber hinaus kann durch eine entsprechende Unterstützung schon im Studium eine frühe Bindung erzeugt werden. Dies gilt umso mehr für Referendar:innen. Die Unterstützung sollte aber nicht nur fachlicher Art sein.

Damit kommen wir zu einer weiteren, erfolgversprechenden Lösung:

Das Entwickeln der Sozialkompetenzen der Berufseinsteiger:innen.

Diese Persönlichkeitsentwicklung ist zum einen essentiell, um den juristischen Nachwuchs schnellstmöglich auf Führungsrollen und den Mandantenkontakt vorzubereiten, denn durch den Einsatz auch von KI wird der „Reifeprozess“ verkürzt.

Darüber hinaus schafft sie aber auch eine enge emotionale Bindung an die Kanzlei und das Unternehmen. Wer sich gesehen und wertgeschätzt fühlt, wird bleiben.

Gehören Sie zu den wenigen Arbeitgebern, bei denen die Mitarbeitenden nicht innerlich gekündigt haben oder Dienst nach Vorschrift machen oder in Anbetracht des zunehmenden Einsatzes von KI in Angststarre verfallen, sondern sich für Ihr Unternehmen, ihre Kanzlei einsetzen.

Laut dem Gallup Engagement Index 2025 ist das nur noch bei 10 % der Beschäftigten der Fall.

Sprechen Sie uns an – wir begleiten Sie bei Ihrem KI-Projekt.

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