Sind "soft skills" nun ein "must have"?

Wenn KI die Wissensarbeit alsbald besser und effizienter erledigen kann als der Mensch, was bleibt dann noch für den Menschen?

Welche Anwältin, welcher Unternehmensjurist möchte und muss sie oder er sein?

Und welche Fähigkeiten werden benötigt?

Sind gar die insbesondere bei Jurist:innen häufig als Nebensache milde belächelten „soft skills“ die zukünftigen „must have future skills“?

Hier einige Überlegungen:

KI verändert in zunehmendem Maße die Arbeitswelt in Unternehmen und Anwaltskanzleien. Noch gibt es zwar entwicklungshemmende Widerstände und Beharrungskräfte in den Teams und Führungsetagen, sowie eigenwillige Halluzinationen der KI. Es dürfte aber eine Frage der (sehr kurzen) Zeit sein, wann der Einsatz von KI alltäglich geworden ist.

Warum?

KI trifft in Unternehmen und Anwaltskanzleien auf eine Arbeitswelt, die von den Gedanken der Effizienz und Optimierung durchdrungen ist. Zu dieser Welt passt ein Tool, welches repetitive Aufgaben deutlich schneller, besser und kostengünstiger erledigen kann als der Mensch: Recherche, Evaluierungen, Vertragsüberprüfungen, Erstellen von Due Diligence Protokollen, Datenaufbereitung, Präsentationen u.v.m. Mit Harvey, Libra, Beck Noxtua u.a. stehen vermehrt KI-Anwendungen zur Verfügung, die mit hochwertigen juristischen Daten trainiert wurden und dementsprechend zunehmend gute und verlässliche Resultate liefern.

Natürlich muss das Ergebnis überprüft und Prompts müssen (noch) mit Verstand erstellt werden, damit man überhaupt zu einem richtigen Ergebnis gelangt, weswegen juristisches Knowhow noch immer unabdingbar ist. Auch muss der Mensch am Ende für das den Mandanten oder Gerichten präsentierte Ergebnis haften. Jurist:innen werden also nicht überflüssig, aber alsbald nicht mehr in dem Umfang benötigt, wie noch vor 5 Jahren.

Persönliche Beziehung zum Mandanten

Am wichtigsten sind Jurist:innen in Bereichen, die eine persönliche Beziehung zum Mandanten oder zu Klientinnen erfordern. Der vertrauensvolle Kontakt zum Menschen, souveräne Verhandlungsführung, kreatives Entwickeln von Strategien, Erfassen der Bedürfnisse des Gegenübers, Teamfähigkeit auf Augenhöhe, Offenheit und Toleranz werden wichtiger denn je. Nicht ohne Grund rücken die großen Law Firms in den USA aber auch zunehmend in Deutschland diese eigentlich selbstverständlichen Fähigkeiten nun zunehmend in den Vordergrund ihrer Akquise.

Jurist:innen konzentrieren sich vornehmlich auf das Erlernen des juristischen Wissens, auch in den Universitäten. Viel Geld wird mittlerweile auch zu Recht für das Erlernen von KI-Kompetenz ausgegeben. Aber: die häufig als Nebensache milde belächelten Sozialkompetenzen -auch soft skills genannt - werden im Zeitalter der KI von „nice to have“ zu „must have“.

Die Studie „Future Skills 2030“ des Stifterverbands benennt u.a. Kommunikationskompetenz, Kooperationskompetenz, Selbstkompetenz, Kreativität und kritisches Denken als grundlegende Zukunftskompetenzen.

Die entsprechende überzeugende Kommunikation auf Augenhöhe, „selbst – bewusstes“ und souveränes Auftreten, reflektiertes Rollenbewusstsein und vieles mehr wollen erlernt sein

– im Interesse des Menschen und im Interesse eines prosperierenden Unternehmens und einer erfolgreichen Kanzlei.

Sprechen Sie uns an – wir begleiten Sie bei Ihrem KI-Projekt.

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