Studieren Sie noch oder kommunizieren Sie schon?

Am Ende einer langen juristischen Ausbildung ist es recht wahrscheinlich, dass Sie einen klassischen juristischen Beruf ergreifen.

Was ist all diesen Berufen gemein?

Sie müssen überzeugend und erfolgreich kommunizieren können. Dazu gehört auch, dass Sie auf Ihr Gegenüber nicht nur reagieren, sondern selbstwirksam agieren.

Leider wird diese Fähigkeit an den meisten Universitäten nicht wirklich trainiert, muss aber erstmals in der mündlichen Prüfung und danach im Beruf unter Beweis gestellt werden.

Und jetzt?

Das Jurastudium an deutschen Universitäten besticht – von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen – nicht unbedingt dadurch, dass es die Studierenden ganz praktisch auf die späteren Berufe vorbereitet. Weder wird die im Beruf übliche Einbeziehung von KI mitgedacht noch wird von den Studierenden verlangt, sich mündlich auszudrücken, wechselseitig Argumente auszutauschen, andere Meinungen auszuhalten und andere zu überzeugen. Der Großteil der Studierenden geht wortkarg durch die universitäre Ausbildung – von einigen Ambitionierten in der ersten Reihe der Hörsäle mal abgesehen.

Dioalogirentiert & Situationsangemessen

Dabei gehört die Fähigkeit, dialogoorientiert und situationsangemessen zu kommunizieren - ausweislich verschiedener aktueller Studien, so auch des Stifterverbands und der Bucerius Law School- zu den wesentlichen und grundlegenden Zukunftskompetenzen.

In der juristischen Ausbildung kommt es in der mündlichen Prüfung für viele das erste Mal auf Kommunikation an. Und natürlich geht es hier vor allem darum, zu zeigen, welches Wissen man erworben hat. Es geht aber auch um ein überzeugendes „Selbstmarketing“ und damit nicht nur um den sachlichen Inhalt, sondern um einiges mehr.

Neben der Sachebene („§ 242 StGB schützt das Eigentum“) wird auf 3 weiteren Ebenen mitkommuniziert:

Der Ebene der Selbstkundgabe, der Beziehungsebene und der Appellebene.

Hat ein Prüfling bereits 2 Fragen schlecht beantworten können und bekommt er / sie nun eine Frage, deren Antwort bekannt ist, dann wird folgendes passieren: im Tonfall und der Art und Weise der Präsentation der Antwort wird

  • auf der Eben der Selbstkundgabe mit kommuniziert, dass man erleichtert ist, nun endlich etwas antworten zu können,
  • auf der Beziehungsebene, dass die Zuhörer einen nun hoffentlich für kompetent halten
  • und auf der Appellebene, dass man eine zweite Chance haben möchte.
Daneben wird mit dem Körper kommuniziert.

Ruhige Bewegungen, fester Blickkontakt, Pausen aushalten wirkt souverän, das Hängenlassen der Schultern, Zappeln, hastiges Sprechen wirken unsicher.

Später im Beruf gilt dasselbe: eine überzeugende Kommunikation auf allen Ebenen führt dazu, dass Sie gelassen selbstbewusst den Verhandlungstisch oder Gerichtssaal sicher beherrschen, Missverständnisse vermeiden und andere überzeugen.

Kommunikationsfähigkeit trainieren

Da die Universitäten es nicht trainieren, müssen Sie selbst für Ihre Kommunikationsfähigkeit sorgen. Ein großartiger Trainingsraum kann die eigene Arbeitsgemeinschaft sein. Sie können dort Vorträge zu Themen vorbereiten und den anderen präsentieren, jemand könnte konträr Stellung beziehen, so dass es zu einer Argumentation kommt und ein Dritter könnte beobachten, auf welchen Ebenen wie kommuniziert wird.

Daneben können Sie sich gezielt coachen lassen oder unser Peer-to-Peer Coaching besuchen, wo wir dieses Thema und andere spannenden Themen besprechen.

Sprechen Sie uns an – wir begleiten Sie bei Ihrem persönlichen Projekt.

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